Asset A10 · PT1

Vierzig Fragen aus dem Fachgespräch

Dreissig Minuten, mindestens zwei Expertinnen oder Experten, Fragen zu den selbst gewählten Handlungskompetenzen. Acht Themenblöcke, je fünf Fragen.

  • Zum lauten Durchsprechen, nicht zum Lesen
  • Jede Frage einmal in unter neunzig Sekunden beantworten
  • Wer bei einer Frage ausweicht, hat sie gefunden

Format

Wie das Fachgespräch läuft

Im Anschluss an die Präsentation werden die ausgewählten Handlungskompetenzen dreissig Minuten lang überprüft.

  • Gefragt wird zu Vorgehen und getroffenen Entscheidungen, zum Mehrwert für die Organisation und zu inhaltlichen Themen wie technischer, organisatorischer oder ethischer Machbarkeit.
  • Punktabzüge sind möglich bei mangelnden fachlichen Kompetenzen zu den gewählten Handlungskompetenzen – und wenn Vorgehensweise und Argumentation nicht nachvollziehbar und klar sind.
  • Die Projektzusammenfassung liegt den Expertinnen und Experten vor. Sie ist die Agenda.

Block 1 von 8

Vorgehen

  1. Wie sind Sie in diesem Projekt vorgegangen – und warum in dieser Reihenfolge?
  2. Welche Methode haben Sie für die Identifikation der Einsatzmöglichkeiten verwendet, und was hätte eine andere Methode verändert?
  3. An welcher Stelle haben Sie Ihr Vorgehen im Verlauf angepasst?
  4. Wer war in welcher Phase beteiligt, und wie haben Sie die Beteiligung organisiert?
  5. Was würden Sie heute anders machen, wenn Sie noch einmal beginnen könnten?

Block 2 von 8

Priorisierung

  1. Welche Einsatzmöglichkeiten standen zur Auswahl, und wie viele haben Sie betrachtet?
  2. Nach welchen Kriterien haben Sie priorisiert, und wie sind Sie auf diese Kriterien gekommen?
  3. Wie haben Sie die Kriterien gewichtet, und wer hat die Gewichtung mitgetragen?
  4. Welche Option lag auf Platz zwei, und was hätte sie auf Platz eins gebracht?
  5. Was spricht gegen die von Ihnen gewählte Einsatzmöglichkeit?

Block 3 von 8

Lösungsansatz

  1. Welche Lösungsvarianten haben Sie entwickelt, und warum genau diese?
  2. Warum diese Modellklasse und nicht eine einfachere Lösung?
  3. Wo im Prozess greift die Lösung ein, und was passiert davor und danach?
  4. Welche Rolle spielen die Daten – Herkunft, Qualität, Rechte, Aktualität?
  5. Was wäre die Lösung ohne KI, und warum reicht sie nicht?

Block 4 von 8

Machbarkeit

  1. Welche Machbarkeitsdimensionen haben Sie geprüft?
  2. Was war der kritischste Befund, und wie haben Sie darauf reagiert?
  3. Wie beurteilen Sie die organisatorische Machbarkeit – ist die Organisation bereit?
  4. Welche rechtlichen und regulatorischen Anforderungen sind berührt?
  5. Welche ethischen Fragen stellen sich, und wer entscheidet darüber?

Block 5 von 8

Wirtschaftlichkeit

  1. Wie haben Sie die Kosten ermittelt, und was ist darin nicht enthalten?
  2. Welche Nutzen haben Sie quantifiziert, welche nicht – und warum?
  3. Welche Annahme trägt Ihr Ergebnis am stärksten?
  4. Was passiert mit Ihrer Empfehlung, wenn diese Annahme um dreissig Prozent danebenliegt?
  5. Wie sieht die Rechnung für die Nulloption aus?

Block 6 von 8

Daten, Recht, Ethik

  1. Werden Personendaten bearbeitet, und mit welcher Rechtsgrundlage?
  2. Wie ordnen Sie die Lösung regulatorisch ein, und welche Pflichten folgen daraus?
  3. Wie gehen Sie mit fehlerhaften Ausgaben um – technisch und organisatorisch?
  4. Wer trägt die Verantwortung für eine Entscheidung, die das System vorbereitet hat?
  5. Wie stellen Sie Transparenz gegenüber den Betroffenen sicher?

Block 7 von 8

Betrieb und Change

  1. Woran würden Sie im Betrieb erkennen, dass die Lösung schlechter wird?
  2. Welche Kennzahlen messen Sie, ab wann und wie oft?
  3. Wer betreibt die Lösung, und was passiert bei einem Ausfall?
  4. Welchen Widerstand erwarten Sie, von wem, und wie begegnen Sie ihm?
  5. Wie stellen Sie sicher, dass das Wissen nicht an einer Person hängt?

Block 8 von 8

Grenzen und Reflexion

  1. Wo sind die Grenzen Ihrer Lösung?
  2. Was war der grösste Fehler in diesem Projekt?
  3. Welche Ihrer Entscheidungen war die knappste?
  4. Was würde Sie davon überzeugen, dass Ihre Empfehlung falsch ist?
  5. Welche Ihrer deklarierten Handlungskompetenzen ist am schwächsten belegt?
Die gefährlichste Frage ist nicht die schwerste.

Es ist die einfachste, auf die man keine kurze Antwort hat. «Warum diese Kriterien?» klingt harmlos und trennt sauber zwischen übernommener und eigener Arbeit.

Technik

Vier Antworten für schwierige Momente

Frage nicht verstanden
«Verstehe ich richtig, dass Sie auf ... hinauswollen?» Nachfragen ist kein Schwächezeichen, sondern Präzision.
Antwort nicht bekannt
«Das habe ich im Projekt nicht geprüft. Ich würde es so angehen: ...» Ehrlichkeit plus Vorgehen schlägt Raten.
Fehler eingeräumt
«Das war rückblickend zu knapp. Ich hätte X früher einbezogen, weil ...» Reflexion wird bewertet, Fehlerfreiheit nicht erwartet.
Abgeschweift
«Ich fasse zusammen: ...» Ein Satz genügt, um wieder Struktur herzustellen.

Vierzig Fragen. Zwei Abende. Deutlich ruhigere Minute 20.

In der Lerngruppe: Übungspartnerschaften für Präsentation und Fachgespräch.