Asset A12 · Prüfungslogistik

Die letzten 72 Stunden

Drei Tage vor der mündlichen Prüfung hilft kein neuer Stoff mehr. Ab jetzt geht es um Ablauf, Material, Schlaf und ein paar Sätze, die sitzen.

  • Stunde für Stunde, was zu tun ist – und was nicht
  • Packliste und Notfallplan
  • Drei Sätze für den Fall, dass der Kopf leer ist
Ab T minus 72 wird nichts Neues mehr gelernt.

Neuer Stoff in den letzten drei Tagen erzeugt Unsicherheit statt Sicherheit. Er verdrängt, was schon sass, und liefert nichts, was in 45 Minuten abgefragt wird.

T-72 bis T-48

Der dritte Tag vorher

Ziel: die Präsentation sitzt. Rund drei Stunden.

  1. Präsentation dreimal vollständig durchsprechen, laut, mit Timer. Beim zweiten und dritten Durchgang die Zeit notieren.
  2. Auf 13 Minuten trimmen, nicht auf 15. Zwei Minuten Reserve für Nervosität, Technik und die eine Folie, bei der man länger braucht.
  3. Die vierzig Fachgesprächsfragen einmal durchgehen. Die drei, bei denen es hakt, notieren und nur diese drei nacharbeiten.
  4. Deck einfrieren. Ab jetzt keine inhaltlichen Änderungen mehr – nur noch Tippfehler.

T-48 bis T-24

Der zweite Tag vorher

Ziel: Material und Logistik sind erledigt. Rund zwei Stunden.

T-24 bis T-0

Der Tag davor und der Morgen

Ziel: ausgeruht ankommen.

Vormittag
Einmal die Präsentation. Einmal die drei schwierigen Fragen. Danach Schluss.
Nachmittag
Etwas anderes tun. Spazieren, Sport, Haushalt – irgendetwas ohne Bildschirm.
Abend
Kein Stoff. Kein Bildschirm nach 22 Uhr. Schlaf schlägt Wiederholung, und zwar deutlich.
Morgen
Frühstücken. Früh losfahren. Vor Ort ankommen, ohne zu hetzen. Zehn Minuten vor der Tür ruhig atmen statt Unterlagen durchblättern.

Notfall

Drei Sätze, die den Kopf wieder anwerfen

Auswendig, nicht improvisiert. Sie kosten fünf Sekunden und retten zwei Minuten.

  1. Wenn der Einstieg wegbleibt: «Ich beginne mit der Ausgangslage, danach zeige ich die geprüften Einsatzmöglichkeiten, die gewählte Lösung, Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und meine Empfehlung.»
  2. Wenn eine Frage nicht ankommt: «Verstehe ich richtig, dass Sie auf ... hinauswollen?»
  3. Wenn die Antwort fehlt: «Das habe ich im Projekt nicht geprüft. Ich würde es so angehen: ...»

Danach

Nach der Prüfung

Zwei Dinge, die sich lohnen.

  • Innerhalb einer Stunde notieren, welche Fragen kamen und wie man geantwortet hat – nicht für die Note, sondern für den Fall einer Wiederholung und für die eigene Einordnung.
  • Keine Prüfungsinhalte weitergeben. Nicht in Gruppen, nicht in Chats, nicht auf LinkedIn. Was man teilen kann, ist das eigene Vorgehen und der eigene Aufwand – und genau das hilft der nächsten Kohorte am meisten.
Es gibt keinen Numerus clausus.

Niemand nimmt jemandem einen Platz weg. Alle in dieser Kohorte können bestehen – und die meisten werden es.

Toi, toi, toi.

Nach der Prüfung sammeln wir in der Lerngruppe, was wir gelernt haben – als Erfahrungsbericht der ersten Kohorte für alle, die 2027 antreten.